Quartier Seebach Ost

Haltestelle Seebach

Wenig Wandel

Seebach Ost veränderte sich zwischen 1990 und 2000 nur wenig. Sowohl die Situation auf dem Arbeitsmarkt als auch die Wohnungsstruktur blieben weitgehend gleich. Auch die Chancen auf Aufstieg veränderten sich kaum: Aufstieg war möglich, blieb aber begrenzt.

Ein anderes Bild zeigt sich in Oerlikon Nord. Dort veränderte sich das Quartier stark, und genau das eröffnete mehr Chancen auf Aufstieg.

Quartier Oerlikon Nord

Haltestelle Bahnhof Oerlikon Ost

Mittlerer Wandel

Oerlikon Nord ist eines der mobilsten Quartiere entlang der Linie. In den 1990er-Jahren wurde aus dem Industriestandort ein Dienstleistungsstandort. Es entstanden neue Jobs, die mehr Qualifikation verlangten und besser bezahlt waren.

Gleichzeitig gab es mehr grosse, familientaugliche Wohnungen. Kinder aus einkommensschwachen Familien steigen hier typischerweise deutlich auf (+35).

Weiter nach Oerlikon Süd: Auch dort war der Wandel stark, aber wirkte er sich genauso auf die Mobilität aus?

Quartier Oerlikon Süd

Haltestelle Berninaplatz

Starker Wandel

Oerlikon Süd erlebte einen starken Wandel, vor allem über den Arbeitsmarkt. Der Anteil wissensintensiver Jobs war hier bereits hoch und stieg weiter.

Trotzdem fällt die Mobilität (+52) etwas geringer aus als in Oerlikon Nord. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien hier bereits bessere Ausgangsbedingungen hatten als in Oerlikon Nord. Der Wandel verbesserte die Ausgangslage also vor allem weiter, anstatt bestehende Unterschiede deutlich auszugleichen.

Weiter nach Unterstrass Nord verschiebt sich der Schwerpunkt: weg vom Arbeitsmarkt, hin zur Wohnstruktur.

Quartier Unterstrass Nord

Haltestelle Milchbuck

Starker Wandel

Unterstrass Nord verzeichnete entlang der Linie die stärkste Veränderung bei den Wohnungen. Sowohl kleine als auch grosse Wohnungen nahmen zu, wodurch das Quartier vielfältiger wurde.

Davon profitierte vor allem die untere Einkommensgruppe (+30).

Weiter nach Unterstrass Süd: bestimmen dort andere Kräfte den Wandel?

Quartier Unterstrass Süd

Haltestelle Guggachstrasse

Starker Wandel

Unterstrass Süd verzeichnete entlang der Tramlinie 14 den stärksten Wandel. Hier war der Anteil wissensintensiver Arbeitsplätze am höchsten, gleichzeitig stieg das Bildungsniveau deutlich.

Dieser Wandel veränderte auch die soziale Mobilität. Kinder aus einkommensschwächeren Familien machten den grössten Aufstieg (+33), die mittlere Gruppe legte moderat zu (+7). Bei Kindern aus wohlhabenderen Familien zeigte sich dagegen ein Rückgang (−17).

Von hier aus geht die Fahrt weiter ins Herz der Stadt.

Quartier Lindenhof / City / Hochschulen / Rathaus / Werd

Haltestelle Bahnhofquai/HB

Mittlerer Wandel

Im Stadtzentrum zeigt sich ein anderes Muster. Der strukturelle Wandel war begrenzt, trotzdem ist die Mobilität hoch (+58).

Das Zentrum bietet seit jeher viele Möglichkeiten: Arbeitsplätze, Institutionen und Bildung. Die hohe Mobilität hängt deshalb weniger mit Veränderungen im Quartier zusammen als damit, dass diese Chancen bereits vorhanden sind.

Weiter Richtung Langstrasse erreicht die Tram ein Quartier, in dem Kinder aus einkommensschwachen Familien mit den schlechtesten Ausgangsbedingungen entlang der ganzen Linie aufwuchsen.

Quartier Langstrasse

Haltestelle Sihlpost/HB

Mittlerer Wandel

Die Langstrasse hat das tiefste Ausgangsniveau aller Quartiere entlang der Linie. Gleichzeitig gehört sie mit einem Mobilitätswert von +60 zu den mobilsten Quartieren.

In den 1990er-Jahren stiegen sowohl das Bildungsniveau als auch der Anteil grösserer Wohnungen. Besonders stark verbesserten sich die Chancen von Kindern aus einkommensschwachen Familien: Sie stiegen um +33 auf, während auch die mittlere Einkommensgruppe deutlich zulegte (+14).

Weiter zurück ins Zentrum, zur Haltestelle Werd.

Quartier Lindenhof / City / Hochschulen / Rathaus / Werd

Haltestelle Werd

Mittlerer Wandel

Die Tram durchquert das Zentrum ein zweites Mal, diesmal am südlichen Rand. Das Muster bleibt gleich: Die Mobilität ist mit +58 hoch, obwohl sich das Quartier nur wenig verändert hat.

Entscheidend sind hier die Möglichkeiten, die das Zentrum dauerhaft bietet: Arbeitsplätze, Bildung und wichtige Institutionen. Für sozialen Aufstieg braucht es deshalb nicht unbedingt einen grossen Wandel im Quartier.

Weiter nach Sihlfeld Ost stellt sich die Frage, ob soziale Mobilität auch ohne grosse Veränderungen bei der Wohnstruktur möglich ist.

Quartier Sihlfeld Ost

Haltestelle Schmiede Wiedikon

Starker Wandel

Sihlfeld Ost zeigt, wie Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt vielen Menschen neue Chancen eröffnen können. Der Dienstleistungssektor wuchs deutlich, das Bildungsniveau stieg, und auch die Wohnstruktur veränderte sich leicht.

Davon profitierten nicht nur Kinder aus einkommensschwachen Familien (+34), sondern auch die mittlere Einkommensgruppe (+14). Gleichzeitig war der Rückgang bei Kindern aus wohlhabenderen Familien mit −10 vergleichsweise gering.

Hier zeigt sich soziale Mobilität also über mehrere Einkommensgruppen hinweg. Weiter nach Alt-Wiedikon Nord: Dort zeigt sich erneut, welche Rolle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt spielen.

Quartier Alt-Wiedikon Nord

Haltestelle Goldbrunnenplatz

Starker Wandel

Alt-Wiedikon Nord zeigt ein ähnliches Muster wie Sihlfeld Ost. Der Anteil dienstleistungsorientierter und wissensintensiver Arbeitsplätze nahm zu, gleichzeitig stieg das Bildungsniveau.

Kinder aus einkommensschwachen Familien stiegen stark auf (+36), auch Kinder aus der mittleren Einkommensgruppe legten zu (+11). Der Aufstieg hängt hier vor allem mit besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusammen, nicht mit Veränderungen der Wohnstruktur.

Weiter nach Sihlfeld West, wo die Dynamik zum Ende der Strecke wieder abnimmt.

Quartier Sihlfeld West

Haltestelle Triemli

Wenig Wandel

Am Ende der Linie verändert sich das Quartier nur noch wenig, ähnlich wie am Anfang in Seebach Ost. Weder bei den Arbeitsplätzen noch bei der Wohnstruktur gab es grössere Veränderungen.

Trotzdem war auch hier sozialer Aufstieg möglich. Kinder aus einkommensschwachen Familien legten zu (+31), wenn auch weniger stark als in Quartieren, die sich stärker verändert haben.

Sihlfeld West zeigt damit: Sozialer Aufstieg ist auch ohne grosse Veränderungen im Quartier möglich. Wo sich Arbeitsmarkt, Bildung oder Wohnstruktur stärker verändern, sind die Aufstiegsmöglichkeiten jedoch grösser. Hier endet die Fahrt am Triemli.